Le Bon – Massenpsychologie

Auszüge aus dem Buch Gustave Le Bon  7.5.1841 – 15.12.1931
„Psychologie der Massen“ v. Peter R. Hofstätter Kröner-Verlag
.
Man darf nicht glauben, eine Idee könne durch den Beweis ihrer Richtigkeit selbst bei gebildeten Geistern Wirkungen erzielen. Man wird davon überzeugt, wenn man sieht, wie wenig Einfluss die klarste Beweisführung auf die Mehrzahl der Menschen hat. Der unumstößliche Beweis kann von einem geübten Zuhörer angenommen worden sein, aber das Unbewusste in ihm wird schnell zu seinen ursprünglichen Anschauungen zurückführen. Sehen wir ihn nach einigen Tage später wieder, wird er aufs neue mit genau denselben Worten seine Einwände vorbringen. Er steht tatsächlich unter dem Einfluss früherer Anschauungen, die aus Gefühlen gewachsen sind; und nur sie wirken auf Motive unserer Worte und Taten.“


Ein Keim von Abneigung und Missbilligung, den der einzelne kaum beachten würde, wächst beim Einzelwesen der Masse sofort zu wildem Hass.
Die Heftigkeit der Gefühle der Massen wird besonders
bei den ungleichartigen Massen durch das Fehlen jeder
Verantwortlichkeit noch gesteigert. Die Gewißheit der
Straflosigkeit, die mit der Größe der Menge zunimmt, und
das Bewußtsein einer bedeutenden augenblicklichen Gewalt,
bedingt durch die Masse, ermöglichen der Gesamtheit
Gefühle und Handlungen, die dem einzelnen unmöglich
sind. In den Massen verlieren die Dummen, Ungebildeten
und Neidischen das Gefühl ihrer Nichtigkeit und Ohnmacht;
an seine Stelle tritt das Bewußtsein einer rohen,
zwar vergänglichen, aber ungeheuren Kraft.


Da die Masse nur durch übermäßige Empfindungen erregt
wird, muß der Redner, der sie hinreißen will, starke Ausdrücke
gebrauchen. Zu den gewöhnlichen Beweismitteln
der Redner in Volksversammlungen gehört Schreien, Beteuern,
Wiederholen, und niemals darf er den Versuch
machen, einen Beweis zu erbringen.


Auch Hitler hat sich scheinbar die Erkenntnisse von Le Bon zu Nutze gemacht. Die Folgen sind zu Genüge bekannt.



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